Die GRÜNEN unterstützen die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung
Stellungnahme des Grünen Ortsverbands Köln-Ehrenfeld zur Bürgerbeteiligung für das Helios-Gelände
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Werkstattverfahren zum Helios-Gelände haben entschieden: Sie wollen dort kein Einkaufszentrum. Stattdessen fordern sie ein belebtes Quartier für Alle im Herzen Ehrenfelds. Eine überwältigende Mehrheit der Teilnehmerinnen und Telnehmer an der Bürgerbeteiligung unterstützt die Ansiedlung der Inklusiven Universi-tätsschule (IUS) auf dem Gelände.
Das sind die die zentralen Ergebnisse zum Abschluss des moderierten Werkstattverfahrens zur zukünftigen Nutzung des Helios-Geländes. Wir begrüßen diese Ergebnisse als hervorragende Grundlage für die weiteren Planungen und Entscheidungen. Sie decken sich mit unse-ren Positionen, und wir werden in den politischen Gremien der Stadt Köln dafür kämpfen, dass diese umgesetzt werden.
Die GRÜNEN danken allen Ehrenfelderinnen und Ehrenfeldern, die sich mit so viel Engage-ment, Leidenschaft und Fachkenntnis Gedanken über die Entwicklung ihres Stadtteils ge-macht haben. Die Bürgerbeteiligung ist ein voller Erfolg, und die Stadt kann stolz auf den Einsatz so vieler Menschen für ihr Veedel sein. Dieses Verfahren war ein Pilotprojekt für eine frühzeitige und breite Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in wichtige Stadtentwick-lungsprojekte. Das sollte Schule machen: Zum Wohle der Stadt, aber vor allem zum Wohle aller Kölnerinnen und Kölner.
Kein Einkaufszentrum auf dem Helios-Gelände
Bereits zu Beginn des Prozesses war klar, dass das vom Investor geplante Einkaufszentrum von den Ehrenfelderinnen und Ehrenfeldern nicht gewollt wird. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Werkstatt haben das noch einmal bekräftigt und deutlich gesagt, dass sie keine Ausweitung der bestehenden Handelsflächen auf dem Gelände wollen. Dies würde den Einzelhandel in Ehrenfeld massiv gefährden und für viele inhabergeführte Geschäfte das Aus bedeuten. Aber auch aus städtebaulichen Gründen wollen die Menschen keine Shopping-Mall. Damit stünde auf der zentralen Fläche Ehrenfelds ein geschlossener Block, der den Stadtteil vor der Tür lässt und statt auf Belebung unseres Stadtteils nur auf sterilen Konsum setzt. Bei den kommenden Diskussionen um das Einzelhandels- und Zentrenkonzept wollen wir deshalb die von der Verwaltung vorgeschlagene Ausweitung des Einzelhandelszentrums auf das gesamte Helios-Gelände verhindern. Das passt nicht zur kleinteiligen Nutzungsvielfalt in Ehrenfeld, die den Charme, die Qualität und das Alleinstellungsmerkmal unseres Stadtteils ausmacht.
Die GRÜNEN Ehrenfelds fordern ihre Fraktionen in der Bezirksvertretung und im Rat auf, die Erweiterung des zentrenrelevanten Bereichs auf das gesamte Helios-Gelände abzulehnen und sich gegen eine Ausweitung der bisherigen Handelsfläche auszuspre-chen. Sie fordern den Investor auf, nach dem eindeutigen Votum der Bürgerinnen und Bürger auch öffentlich Abstand von den Plänen für ein Einkaufszentrum zu nehmen.
Lebendiges Quartier für Alle
Die Menschen in Ehrenfeld wünschen sich für das Helios-Gelände ein belebtes Stadtquartier für Alle, mit hoher Aufenthaltsqualität und einer öffentlichen Durchwegung des Grundstücks. Die Fläche muss für alle Menschen zugänglich sein und nicht nur für Konsumierende. Damit die Ehrenfelderinnen und Ehrenfelder sich auf dem Helios-Gelände wohl fühlen, brauchen wir dort viel Grün, attraktive Plätze und Raum für Fußgängerinnen und Radler. Das Grundstück soll autofrei bleiben, eine Tiefgarage bietet sich aufgrund der notwendigen Altlastensanierung an. Die bestehenden Nutzungen, zu der auch das Underground und der italienische Super-markt gehören, sollen erhalten bleiben. Das vielfältige kulturelle Angebot auf dem Gelände könnte zur Ehrenfelder Kulturmeile weiterentwickelt werden. Damit dies gelingt, soll die He-liosstraße zu einer „Shared-Space-Zone“ (Mischverkehrsfläche) umgewandelt werden. Um den besonderen Charakter des Helios-Geländes zu betonen, soll die historische Bausubstanz, die nicht nur die denkmalgeschützte Rheinlandhalle mit Leuchtturm und das Helios-Haus einschließt, erhalten werden.
Diese Ergebnisse der Bürgerbeteiligung stimmen mit den Inhalten überein, die die GRÜNEN Ehrenfelds bereits zu Beginn der Diskussionen um die künftige Nutzung des Helios-Geländes gefordert haben. Wir freuen uns, dass diese Positionen auch von den Menschen in der Bür-gerbeteiligung gewollt werden.
Die GRÜNEN Ehrenfelds fordern die Verwaltung auf, sich bei den kommenden Wettbe-werbs- und Planungsverfahren für das Helios-Gelände an dem jetzt entwickelten Kon-zept zu orientieren. Die Bürgerinnen und Bürger haben votiert, ihre Verwaltung hat das umzusetzen. Die Bürgerbeteiligung muss im gesamten Planungsprozess sichergestellt werden.
Eine offene Schule im Herzen Ehrenfelds
Im Bau einer Inklusiven Universitätsschule, die als offene Stadtteilschule konzipiert ist, sehen wir eine riesige Chance nicht nur für Ehrenfeld sondern für ganz Köln. Die Schulverwaltung und die Universitätsinitiative „school is open“ haben bei der zweiten Werkstatt nachgewiesen, dass diese Schule auf dem Gelände Platz findet, dass sie der gewünschten Nutzungsvielfalt nicht im Wege steht und dass sie für alle Menschen im Stadtteil Chancen und Vorteile bringt. Die Beteiligten an der Werkstatt haben sich eindeutig für diese Schule ausgesprochen, weil sie nicht nur für Kinder aus allen Bevölkerungsgruppen im Stadtteil offen ist, sondern weil sie auch offen für den Stadtteil ist. Viele der schulischen Flächen sind für die Allgemeinheit nutz-bar, das beginnt bei der Bibliothek, geht über Turnhallen und Versammlungsräume und schließt die gastronomischen Einrichtungen ein.
Wir unterstützen die Pläne für eine Inklusive Universitätsschule auf dem Helios-Gelände. Wer Inklusion an unseren Schulen verwirklichen will, braucht auch eine Ausbildungsschule für Studierende. Wer für längeres gemeinsames Lernen an den Schulen eintritt, der unterstützt diese „Schule für Alle“.
Die GRÜNEN Ehrenfelds fordern daher die Stadt auf, die Ansiedlung der IUS auf dem Helios-Gelände zu realisieren und die notwendigen Gespräche mit dem Land zu führen. Wir fordern unsere Landtagsabgeordneten auf, sich in Düsseldorf für die Genehmigung der IUS einzusetzen. Wir fordern die Ratsfraktion auf, durch entsprechende Ratsbe-schlüsse den Bau dieser städtischen Schule auf dem Helios-Gelände möglich zu ma-chen. Wir fordern Investor und Stadtverwaltung auf, in Kaufverhandlungen über das Gelände einzutreten, damit diese Chance für Ehrenfeld genutzt wird.










